Kurze Informationen über Weißrussland


Land und Leute
Auf mehr als 200.000 qkm leben heute etwa 10 Millionen Bürger slawischer Abstammung, die trotz der eigenen weißrussischen Sprache vorrangig im damit eng verwandten Russisch miteinander kommunizieren. Das Land, seit 1991 ein selbstständiger Staat, war in der wechselvollen Geschichte immer wieder ein Spielball der europäischen Politik und unter der Gewalt unterschiedlichster Staaten. Die traditionell russisch-othodoxe Bevölkerung ist die letzten 70 Jahre von Atheismus geprägt worden. Der Anteil evangelikaler Christen liegt höchstens bei 1 % (geschätzt). Die flachen Ebenen, die zu mehr als einem Drittel mit Birken- und Tannenwäldern bedeckt sind, bieten sich als landwirtschaftliche Nutzfläche an und ermöglichen auch eine lohnende Viehwirtschaft. In der Hoffnung, in den Städten einen Arbeitsplatz zu finden, ziehen viele Menschen aus den ländlichen Bezirken in die wenigen Großstädte. Ihre kleinen ländlichen Höfe (kleine, alte Holzhäuser mit Garten) führen sie möglichst weiter, um die notwendige Lebensmittelversorgung der eigenen Familien sicher zu stellen.Die Zusammenbrüche der kommunistischen Machtposition, der zentral gesteuerten Verwaltungswirtschaft und der jungen Demokratiebewegung haben zu einer großen Verunsicherung der Bevölkerung geführt und das Volk in eine depressive Haltung versetzt. Auch die positiven wirtschaftlichen Veränderungen haben nichts Wesentliches gegen eine starke Krisenstimmung im Lande ausrichten können.


Wirtschaftskrise
Weißrußland ist durch den Zusammenbuch des Handels zwischen den Ländern der ehemaligen Sowjetunion in eine schwere Rezession gestürzt. Staatliche Kontrollen und Angst vor Modernisierung der Wirtschaft haben eine steigende Arbeitslosigkeit bei steigenden Preisen erzeugt. Die sinkende Produktionsleistung und stagnierende Einkommen verursachen eine zunehmende Verarmung weiter Teile der Bevölkerung. Viele Familien können nur deshalb überleben, weil sie in kleinen landwirtschaftlichen Nebenbetrieben die Lebensmittel für den täglichen Familienbedarf erwirtschaften. "Business" heißt die Hoffnung vieler Weißrussen, die sich im Handel mit irgend etwas versuchen, um im Kampf um das Lebensnotwendige nicht unterzugehen.


Tschernobyl-Krise
Auch mehr als 15 Jahre nach der schrecklichen Atomreaktorkatastrophe im Nachbarland Ukraine sind die Folgen für Weißrussland verheerend. Die Strahlenbelastung, besonders im Süden des Landes, ist extrem hoch; viele Lebensmittel sind ungenießbar. Man schätzt, daß zigtausend Menschen an den Tschernobyl-Folgen bereits gestorben sind. Die Krankheitsbilder vieler Weißrussen heute sind eindeutig als Folge des schrecklichen Ereignisses einzustufen - das Leiden geht weiter.


Geschichtskrise
Auf blutgetränktem weißrussischen Boden hat sich im Laufe von Jahrhunderten entsetzlich viel Unrecht und Not ereignet (auch durch uns Deutsche verursacht), welches den weißrussischen Bürgern in lebendiger und schmerzlicher Erinnerung ist. Angesichts der neuen politischen Entwicklungen sind die grauenvollen Taten der Stalin-Ära, aus Breschnews Zeiten sowie die Nazi- und andere Kriegsverbrechen wieder zu aktuellen Themen in der Bevölkerung geworden.


Versorgungskrise
Wer sich satt essen will, hat nicht mehr genügend Rubel, um sich einfach zu kleiden. Wer ins Krankenhaus muß, ist gezwungen, seine Medikamente, Verbandsmaterialien etc. selbst mitzubringen. Wer auf ehrliche Art und Weise sein Leben gestalten will, lebt mit seiner Familie am Existenzminimum.


Religiöse Krise
Das neue Religionsgesetz verbietet ausländischen Missionen jede evangelistische Tätigkeit. Die erstarkte orthodoxe Kirche buhlt mit den politischen Führern, um seine neue Machtposition zu erhalten. Aberglaube und Spiritismus haben Hochkonjunktur, die Unmoral und Gesetzlosigkeit sind das eigentliche Gesetz vieler "neuer Weißrussen".
Der erweckliche Wind, der in den ersten Jahren nach der Perestroika das Land erfrischte, wich dem Mief von Vetternwirtschaft und Korruption auf der Seite der Privilegierten. Im einfachen Volk sorgt die "grüne Schlange" (= Wodka) für eine wachsende Verrohung und Verarmung großer Teile der Bevölkerung.


Die Missionsarbeit im Land
Mit unseren einheimischen Partnern bemühen wir uns, die eingeschränkten missionarischen Möglichkeiten nach besten Kräften zu nutzen (Schwerpunkte):

  • Kinderevangelisation
  • Kinderfernbibelschulen 
  • Kinderfreizeiten
  • Kindertelefon
  • Kreativschule
  • Jugendevangelisation
  • Konferenzen/Evangelisationen
  • Jugendfreizeiten
  • Kreativschule
  • Allgemeinevangelisation
  • evangelistische Einsätze
  • Gemeindegründung
  • Literaturhilfe
  • Film-/Videoeinsatz
  • Fernbibelkurse
  • Humanitäre Hilfe
  • Kranken- und Behindertenarbeit
  • Unterstützung verarmter Familien
  • Spezielle Hilfen (bei):
  • Gemeindehausbauten
  • Mitarbeiterförderung

Ihre Hilfe kommt an, wo sie gebraucht wird.