Cena

Cena - Brasilien

Unser Praktikum war in verschiedene Arbeitsbereiche der CENA aufgeteilt, die wir nacheinander kennenlernen durften. Die ersten vier Wochen verbrachten wir auf der Fazenda (Farm), die als „Drogenentzugsklinik“ diente. Die Männer, die dort von den Drogen loskommen wollen, leben für neun Monate auf der besagten Farm und erledigen dort anfallende Arbeiten, wie z.B. Gemüse anbauen, Rasen mähen oder auch Kochen. Unsere Aufgabe bestand darin ebenfalls arbeitstechnisch aktiv zu werden. Im Prinzip lebten wir während der Zeit dort genau wie die Männer, die einen Entzug machten. Die Arbeit war sehr anstrengend und die Tatsache, dass wir zu Beginn kaum portugiesisch sprachen, führte zu einer enormen Müdigkeit an jedem Tag. Trotz der Anstrengungen war es sehr schön, wie wir von den Männern integriert wurden. Es war zwar nur schwer möglich ein persönliches Gespräch führen zu können, aber trotzdem gelang es uns hin und wieder, da sich die Männer viel Zeit für uns nahmen und sehr viel Geduld mit uns hatten. Obwohl ein paar Männer die Farm vorzeitig verließen, hatten wir den Eindruck, dass es sich um eine sehr fruchtbare Arbeit handelt. Neben der Arbeit konnten wir uns beim Musik machen in den Gottesdiensten und beim wöchentlichen Fußballspielen gut integrieren.

Obwohl der Abschied nicht ganz so leicht fiel, waren wir dann doch sehr gespannt auf die bevorstehende Zeit, die wir in der Millionenmetropole Sao Paulo verbringen sollten.

Die ersten Tage im Zentrum von Sao Paulo arbeiteten wir in der Kindertagesstätte der CENA mit. Dort mussten wir viel putzen und mit den Kindern spielen. Abgesehen von der Sprache konnten wir keinen großen Unterschied zu einem deutschen Kindergarten feststellen. Nach knapp zwei Wochen gingen wir dann nicht mehr in die Kita, sondern in die CENA-Zentrale. Diese ist ebenfalls sehr zentrumsnah positioniert und war von unserer Wohnung zu Fuß erreichbar (Die ersten Wochen im Zentrum wohnten wir mit drei anderen CENA-Mitarbeitern zusammen). Die Arbeit in der Zentrale ist sehr abwechslungsreich. Verschiedene Missionare haben ihre festen Arbeitsbereiche, aber wir hatten die Möglichkeit, täglich verschiedene Missionare zu begleiten. Eine Gruppe von Missionaren besuchte mehrmals in der Woche Obdachlose auf der Straße. Je nach Zustand (viele waren betrunken oder hatten Drogen konsumiert) unterhielten wir uns kurz mit den Leuten und luden sie zu der wöchentlich stattfindenden Obdachlosenspeisung ein. Bei der Obdachlosenspeisung konnten wir uns ganz gut einbringen, indem wir vor der Veranstaltung die Leute herzlich begrüßten, gegebenenfalls ein Gespräch mit ihnen führten und bei der Essensausgabe halfen.

Prostituierte und Transvestiten werden ebenfalls von CENA-Mitarbeitern besucht. Bei diesen Besuchen waren wir nicht so häufig dabei, aber wir begleiteten an einem Tag eine Delegation in ein Bordell. Dort wurde das Gespräch mit den Frauen gesucht und Gebetsanliegen aufgeschrieben, sofern sie das wollten. Später wurde dann für die Frauen gebetet. Ähnlich lief es ab, wenn wir Prostituierte in einem nahegelegenen Park besuchten. An einem anderen Tag besuchten wir einen Transvestiten zu Hause und hatten Gemeinschaft mit ihm/ihr. Wir sangen, redeten und feierten sogar am Ende noch das Abendmahl.

An einem festen Tag in der Woche kamen etwa 20 Kinder in die CENA. Dort wurde mit ihnen gespielt, sie bekamen ein Mittagessen und es gab eine kurze Andacht. Es war sehr schön, die Kinder Lachen zu sehen – vor allem, weil wir wussten aus welchen Verhältnissen sie teilweise kommen. Manche von ihnen leben in kleinen und dreckigen Wohnungen in einem Mini-Favela.

Die letzten Wochen unseres Brasilien-Aufenthaltes verbrachten wir im Casa-Familia (Familienhaus). Wer die neun Monate auf der Farm durchhält, hat die Möglichkeit ins Casa Familia einzuziehen, um dort behutsam in die Gesellschaft reintegriert zu werden. Wir haben dort gewohnt und versucht, mit den Männern Gemeinschaft zu haben. Allerdings waren in dieser Zeit nur sehr wenige Leute da und diese wenigen, mussten sehr viel arbeiten, sodass es schwer war eine Beziehung aufzubauen. Trotzdem hatten wir sehr viel Spaß, obwohl wir auch noch am Ende kein gutes portugiesisch sprachen.

Abschließen können wir sagen, dass wir dort eine sehr wertvolle Zeit hatten und dankbar sind, die Arbeit der CENA kennengelernt zu haben. Es ist nicht selbstverständlich solch prägende Erfahrungen machen zu dürfen.

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