Almeria

Spanien - Almeria

Ich hatte drei Monate frei, bevor mein Referendariat als Lehrerin begann und während meines Studiums ein paar Spanischkurse besucht. Relativ spontan fragte ich bei der Allianz-Mission an, ob ich irgendwo in Spanien aushelfen könnte. So kam es, dass ich nach Almería flog, eine Stadt am Mittelmeer im Süd-Westen Spaniens.

Mit Antonio und Noemi (Missionare der Allianz-Mission und Leiter der Gemeindegründungsarbeit vor Ort) und vier deutschen Freiwilligen durfte ich in der Gemeinde, die dort vor zwei Jahren gegründet wurde, mitarbeiten. Meine Aufgabe war zum einen ein Kinderprogramm in einem öffentlichen Park in Almería ins Leben zu rufen. Da die Gemeinderäume dem Park schräg gegenüberliegen, war die Idee, auf diese Weise Kontakte zu Familien zu knüpfen und sie dadurch langfristig in die Gemeinde einzuladen. Am Anfang ging ich oft in den Park, um zu schauen an welchen Tagen und um welche Zeit die meisten Kinder dort spielten und betete. Mir fiel auf, dass es kaum Kinder gab, die alleine unterwegs waren, sondern fast alle von einem Elternteil auf den Spielplatz begleitet wurden. Wir beantragten bei der Stadt eine Genehmigung für ein wöchentliches Programm im Park und ich suchte Kinderlieder und Anregungen für Andachten auf Spanisch. Wir bestellten ein Schwungtuch und ich entwarf Flyer.

Bei den Vorbereitungen versuchte ich, die Struktur des Programms und die wöchentlichen Vorbereitungen so gering wie möglich zu halten. Denn das Ziel ist, dass diese Arbeit hauptsächlich von Leuten aus der Gemeinde weitergeführt und getragen wird und weniger von den Freiwilligen, die jedes Jahr kommen.

Zwei Tage vor dem ersten Kinderprogramm gingen wir dann in den Park, um einfach mit Kindern zu spielen, sie einzuladen mit Flyern und christliche Kinderlieder mit Bewegungen zu singen.

Am darauffolgenden Tag fand dann das erste Programm mit Spielen, Liedern und einer Andacht statt. Leider waren keine der an den Vortagen eingeladenen Kinder da, aber trotzdem ließen sich 17 Kinder durch Spiele einladen! Da waren wir Gott sehr dankbar! Es war auch spannend, weil fast keine spanischen Kinder da waren, sondern ausländische, muslimische Kinder. Die Mütter saßen etwas entfernt und als wir ihnen Flyer brachten und sie erfuhren, dass wir von einer christlichen Gemeinde kamen, riefen einzelne ihre Kinder zurück…

Auch in den darauffolgenden Wochen blieb es eine spannende Sache, jeden Freitag das Kinderprogramm „Buscatesoros“ im Park zu veranstalten. Man wusste vorher überhaupt nicht, wer sich einladen lassen würde. Es kostete mich jedes Mal Mut, nach unserem Aufbau von Musikbox, Sitzteppich usw. loszugehen, Kinder und Familien anzusprechen und einzuladen. Zum Teil wollten Eltern ihre Kinder nicht mitmachen lassen und der Park bot an sich mit seinen Spielplätzen (zu) attraktive Spielmöglichkeiten. So kamen in den nächsten Wochen wenige Kinder. Das erschien manchmal enttäuschend. Und trotzdem konnte ich jedes Kind, das zum ersten Mal kam, als Erfolg sehen, da ich mir sicher bin, dass diese Kinder viel leichter wiederkommen werden. Zudem konnten wir für die Aufgabenverteilung Leute aus der Gemeinde mit einteilen. Das hat mich auch ganz besonders gefreut.

Eine weitere, besondere Aufgabe, die ich hatte, war eine 39-jährige Frau regelmäßig zu besuchen. Ihre Mutter kam zur Gemeinde, sie selbst ging jedoch aufgrund einer Krankheit nie aus dem Haus und hatte auch keine Arbeit. Anfangs war es etwas spannend, weil weder Mutter noch Tochter von der Besuchsidee begeistert waren. Ich war aufgeregt, als wir sie das erste Mal zusammen besuchten und Antonio mich mit ihnen bekannt machte. Es erforderte meine ganze Sozialkompetenz und das auch noch auf Spanisch… Aber Gott half mir und nachdem wir mit den Meerschweinchen gespielt hatten, traute ich mich die Tochter zu fragen, ob ich wiederkommen dürfte. Und ich durfte!!!=) Bei den nächsten Besuchen entwickelte sich das ganze allerdings ein bisschen anders, als ich es mir anfangs vorgestellt hatte: Jedes Mal, wenn ich zu Besuch war, gesellte sich auch ihre Mutter die ganze Zeit dazu und wir waren nie allein. Das war an sich nicht schlimm, doch schon bald fiel mir auf, dass die Mutter auf viele Dinge eine sehr negative Sicht hatte und hoffnungslos und schlecht über die Gemeinde, unser Kinderprojekt und andere Dinge redete. Bei einem Besuch wurde mir bewusst, dass wenn ich die Besuchszeit nur dazu nutzte, mit der Mutter zu diskutieren, um zu versuchen Dinge wieder in ein besseres Licht zu rücken, ich sehr unzufrieden mit diesem Besuch sein würde. So rüstete ich mich für die nächsten Besuche aus: einerseits mit gezieltem Gebet für ermutigende und sinnvolle Gespräche und andererseits mit konkreten Themen und kleinen Aktionen, die ich mit ihnen machen wollte. Und – Gott sei Dank – wurden die nächsten Male richtig gut! Ich sang mit ihnen spanische Lobpreislieder und erzählte von meiner Gemeinde, meiner Familie und meinem Leben in Deutschland. Im Endeffekt bin ich mir gar nicht sicher…vielleicht wollte Gott nicht nur, dass ich der Tochter ein bisschen Lebensmut mache, sondern dass ich gerade auch ihre Mutter besuchte. Zum Abschied schenkten sie mir einen Schal, damit ich im kalten Deutschland nicht erfrieren würde..=) Inzwischen bin ich zurück in Deutschland, ziehe oft den Schal an und bin Gott so dankbar für die Zeit, die Erlebnisse und die Wunder, die ich in Almería erleben durfte. Ich bin mir sicher, dass ich die freie Zeit zwischen Studium und Referendariat nicht besser hätte nutzen können.

Dinah

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