Sri Lanka

4 Wochen das "Wunder Asiens" erleben...

In Deutschland noch gefühlt mitten in der Nacht, klingelt dafür auf der "anderen" Seite der Welt, auf Sri Lanka, mein Wecker und reißt mich aus dem Schlaf. Begrüßt werde ich von lautem Vogelzwitschern und der allmorgendlichen Melodie "Für Elise", die ein herumfahrender Backwarenverkäufer nutzt, um auf sich aufmerksam zu machen. Eine erfrischende Dusche später sitze ich am Esstisch mit meinem Frühstücks-Toast, dem Tee und einem kühlen Saft und kann durch die offene Tür die warmen Sonnenstrahlen genießen. Anschließend geht es heraus aus diesem kleinen grünen Paradies, in dem Ursula und Sebastian Koduthore (das Missionarsehepaar der Allianz Mission auf Sri Lanka), und nun für die nächsten knapp 4 Wochen auch ich, wohnen. Dafür geht es mit einem der Hauptverkehrsmittel der Einheimischen, dem fast immer ziemlich vollen Bus, hinein in die Stadt Kandy. Diese liegt im zentralen Hochland von Sri Lanka und ist sehr vom Buddhismus geprägt. So fährt der Bus beispielsweise auf der Fahrt zur Stadtmitte am bekannten Zahntempel vorbei und etliche Insassen stehen kurz auf und beten in Richtung Tempel oder der "Fahrkartenkontrolleur" springt heraus, um sich vor einem kleinen Opfertisch niederzuwerfen und Geld zu spenden. So geht die Fahrt etwas holprig und laut hupend, was dort auf den Straßen gängiger Gebrauch ist, bis zum Markt. Dort stehen schon verschiedene Tuc-Fahrer bereit, die mich möglichst teuer an mein Ziel bringen wollen. Doch dieses erreiche ich selbst zu Fuß nach nur kurzer Zeit und lasse mich währenddessen ein wenig durch die Menge treiben, die eigenen Zielen zustrebt, ob Bus-Station, Marktständen, Schule oder Arbeit oder einer von den vielen Lottoschein-Verkäufern.

Schon vor der Tür des Centers von "Child Action Lanka" (ein Straßenkinderprojekt, bei dem u.a. arbeitslose Mütter und Väter, die meist auf der Straße betteln müssen, ihre Kinder "abgeben" können), meinem täglichen Ziel, höre ich die vielen Kinderstimmen von drinnen. Sie reden durcheinander und spielen miteinander, wobei auch des Öfteren mal ein Anderer geschlagen wird. Doch dann sind auch direkt schon Mitarbeiter zur Stelle, die die Kinder erziehen und ihnen ein bisschen Benehmen und Manieren beibringen und ihnen natürlich viel Liebe entgegenbringen. Und dies ist dann u.a. auch meine Aufgabe, wechselnd zwischen den Jüngeren, also den 2-3 jährigen, und den etwas Älteren, also den 3-5 jährigen. Dazu kommt mit den Kindern zu spielen, sie beim Spielen, Basteln, Malen, Essen und Schlafen zu betreuen, sie zu duschen, ihnen ein wenig die englische Sprache näher zu bringen (müssen sie schon sehr früh neben der Landessprache lernen) und außerdem ihr Rhythmusgefühl zu stärken. Nach anfänglichen Verständigungsproblemen bin ich doch recht schnell in die Arbeit hineingekommen und auch die meisten Kinder haben sich echt schnell an mich gewöhnt und schon nach wenigen Tagen mit mir herumgealbert und sind auf mir herum geklettert. Dadurch sind die Tage im Center wirklich nur so an mir vorbeigeflogen und jedes Kinderlachen hat mir die Tage noch mehr versüßt. Besonders im Gedächtnis wird mir ein Tag bleiben: mein Geburtstag. Fern von der Heimat, weit weg von der eigenen Familie, haben die Kinder und die Mitarbeiter des Centers mich behandelt wie ein Familienmitglied. Von der Begrüßung durch ein Schild schon an der Eingangstür, bis hin zu Karten der Kindergruppen und den einzelnen Kids, die mich umarmt und mir Wangenküsschen gegeben haben, um mir ihre Liebe zu zeigen... Manchmal denkt man, man gibt eigentlich nur total wenig, man tut eigentlich überhaupt nicht viel, aber die Kinder danken es einem und geben selbst so viel zurück...!

Außerdem hatte ich noch eine weitere Aufgabe bei Child Action. Ich durfte einer anderen deutschen Langzeit-Volontärin dabei helfen, einen neuen Raum für die Kinder zu planen und vorzubereiten. Es handelte sich um einen sogenannten "Sensory room", einem Raum, in dem die sensorischen und grob- und feinmotorischen Fähigkeiten der Kinder trainiert und gefördert werden sollen. Mit verschiedenen Materialien und Geräten werden zum Beispiel Tastsinn und Gleichgewichtssinn, sowie verschiedene Muskeln angesprochen. Die Schwierigkeit bei der Planung war, mit gegebenen Mitteln (Raum, Budget, Materialien) die Ideen umzusetzen. Und wenn ein wenig Muskelkraft oder malerisches Geschick gefragt war, mussten wir auch einfach selbst mal 'ran. So haben wir am Anfang zuerst einmal den Raum entrümpelt und gesäubert, um ihn anschließend in strahlendem Weiß zu streichen und einen kleinen Himmel zu malen. So machte auch dieser Raum in den vier Wochen Fortschritte, auch wenn es zwischenzeitlich öfters mal eher nach dem Scheitern des Projektes aussah. Doch wir ließen uns nicht entmutigen und haben im Gebet dieses Projekt Gott hingegeben und er hat eingegriffen und neue Wege aufgetan, um es immer wieder auch nur kleine Schritte vorwärts zu bringen.

Neben Child Action konnte ich auch noch weitere kleine Aufgaben bei Ursula und Sebastian übernehmen. Ich durfte z.B. bei "Lanka Hands" mithelfen, einem Kartenprojekt von Ursula, dass mehrere Frauen mit kleinen Kindern dabei unterstützt, von zu Hause aus zu arbeiten und so finanziell der eigenen Familie zu helfen. Diese Frauen basteln verschiedene und richtig schöne Karten und machen Handarbeiten, die dann beispielsweise in Deutschland verkauft werden. Ich konnte mithelfen, indem ich mit Ursula ein paar Designs für neue Karten gestaltet habe. Eine weitere kleine Aufgabe in meiner Zeit dort war, einem jungen Mann Deutschunterricht zu geben, da er kurz darauf seine Deutschprüfung bestehen musste, um in Deutschland die gewünschte Ausbildung anfangen zu können. Und so habe ich Ursula dadurch dabei unterstützt, mit ihm vor allem schreiben und reden zu üben, dass ich regelmäßig auch einen Nachmittag mit ihm übernommen habe. Die kleine anfängliche Skepsis verwandelte sich bald in eine Menge Spaß, mit der wir versucht haben ihm die "deutsche Sprache - schwere Sprache" leicht verständlich zu machen.

An den Wochenenden konnte ich auch noch ein bisschen von Sri Lanka, dem "Wunder von Asien", sehen. So ging es mit drei anderen deutschen und englischen Volontärinnen zum Beispiel in einen Elefantenpark, in den botanischen Garten, zum Zahntempel in Kandy, zu den Tempeln von Dambulla und zum Wahrzeichen Sri Lanka's, dem Sigiriya (ein riesengroßer Felsen, der vor hunderten Jahren mal die Königsresidenz war). Besonders die Zugfahrt durch die grünen Berge, die vom Sonnenuntergang beleuchtet wurden, war einfach nur atemberaubend. Da fühlt man sich Gott und seiner wunderbaren Schöpfung so nah!

So war es insgesamt eine richtig schöne Zeit, geprägt von vielen verschiedenen Erlebnissen und guten Begegnungen. Und ich bin einfach nur unglaublich dankbar, dass ich diese Zeit erleben durfte und ich so eine Möglichkeit hatte, einen anderen Teil der Welt kennenzulernen und auch dort Gott zu begegnen.

Iris

Kontakt

Jahnstraße 53
D-35716 Dietzhölztal

Tel. 02774 / 93 14 - 0
Fax 02774 / 93 14 14

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kontaktformular

Ansprechpartner

Spendenkonten

Spar- und Kreditbank Witten

IBAN: DE86452604750009110900
BIC: GENODEM1BFG

VR Bank Lahn-Dill
IBAN: DE29517624340023679604
BIC: GENODE51BIK

SPENDEN

 

Allianz-Mission e.V. im Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR

allianz-mission

bund feg